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Stoffel Ehrlich Goes to Court (1804)

This is a very early example of a text clearly written by a native speaker of Pennsylvania Dutch. The article was written under the clever name of “Stoffel Ehrlich.” Stoffel was a common diminutive of the name Christoph, but in Pennsylvania Dutch (and German) it also means “dullard” or “stubborn person.” Ehrlich is German-derived last name that means “honest.” Texts attributed to Stoffel Ehrlich appeared in at least two German-language newspapers published in Lancaster, PA, in the late eighteenth and early nineteenth centuries. Stoffel, whose byline identified him as living “near the Conestoga Creek,” which is located in the heart of Lancaster County, espoused views on issues of the day and life in general that were common among rural-dwelling Pennsylvania Dutch.

In this humorous text, which took up the entire first page of the January 23, 1804, issue of Der Wahre Amerikaner (The True American; click here for original text), Stoffel is a sympathetic character whose unhappy experiences with lawyers, the court system, and city dwellers in general would have resonated with the newspaper’s rural Pennsylvania Dutch readership. The language of Stoffel’s story is Dutchified German, interspersed with Pennsylvania Dutch and Pennsylvania High German vocabulary and structures. Words that are emphasized in the original are italicized here.

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Freund Grimler, Weilen du schon von meinen Stücker gesezt hast, so ersuch ich dich mir folgendes in deine Zeitung zu thun — Laß die englische Expressions so viel als möglich haus; denn mei Fra zankt mich alsfort: „Du Stoffel, wann du ebes schreiben wit, so schreibe recht, oder laß die Finger davon.“ Ich will also nichts schreiben, sondern dir blos erzählen, wir mirs an der Court gehäppend ist — und zwischen uns gesagt, so glaub ichs so fest als ewer: “Wo Weiber führen das Regiment, Da nimmt es selten ein gutes End!”

Und gewiß, Meister Drucker, das hab ich bey der lezten Court zu meiner größten Sorrow erfahren. Du kanst dir leicht einbilden wie es hergeht, wenn unter uns guten, ehrlichen, deutschen Degenknöp, was die jeztige Welt Gentiliti heißt, einreißt oder fäschinable wird! Was wir vor Alters würden Flausen und Narrens-Possen geheißen haben, distorb’d so schuhr alleweil die Häppiness und Contentment von einer ganzen Familie. Was kan dann unter der Sun schlimmer seyn, als wenn in einem Haus Unzufriedenheit herrschet? Wenn ich dran denk’ wie mei seliger Vater und wir Kinder so gepließt lebten; so bin ich fast geforc’d zu sagen: “Die Menschen sind nicht wie sie in our Teims waren … sie werden von Tag zu Tag schlimmer,” und man kan noch hinzusetzen, päst common ausgelassen!

Doch, was hilft das bestrafen; denn wenn Leute einmal enleitend sind; so glauben sie ein vollkommen Recht zu haben alles zu thun, was ihnen aus dem Magen ins Hirn steigt! oder in andern Worten, “ein Kerl von Sponk” zu agiren. … Da du aber, Meister Drucker, sonst büsse bist, so will ich mei Sach’ ganz kurz machen, und vielleicht können andere durch meinen Schaden klug werden, und eine schöne Lesson lernen.

Du wirst wohl noch meinden, daß mei Marei einen Swiethärt aus der Stadt hatte. Ich war som how als oppos’d darzu; aber, da mei Anna Gret und das monstros nett Töchterle meinen guten Stoffel nur zu oft an der Nos, oder um das Dorf rum führen; so kam es mit den zwey Lovers einmal zum Streit, und beym strohl, ich mußte auf den Adveis meiner zwey Weibsleute einen Lawyer fiien!

(Hier muß ich doch sagen, daß ich gern zur Law gieng; denn dadurch dachte ich, meinen faullenzerischen Heihfleier, mit den großen Stiffel, von der Marei noch wollfel wegzukriegen; wann mich der Lawyer auch eine vier Thaler-Fie kost, so ists doch besser als allwes mit einem Upstärt geplagt zu seyn, der wie ein Blutsuckler mir gewiß auf dem Hals läg. Ich glaubte dahero aus zwey Uebel das kleinste zu nehmen.)

Einem alten Gebrauch nach, brachte ich meim Wirth etwas Butter und Stink-Käs, und ließ etwas starkes anrühren, damit ich deste besser mit dem Lawyer Dictionary schwätzen konte — Ich gieng … klopte an der Thür … “Waak in Sir!” sehr höflich! aber mei 4 Thaler müssens bezahlen! dachte ich — Gut, ich machte auf, und siehe aus Versehen, fieng mein Fuß am Cärpet, und stürtzte so lang ich war however in die Stub! … Die Lädies jumpten auf, warfen die Bücher (gewiß ka Bible) weg, und das ha! ha! ha!-Gelach, schallte durchs ganze Haus! Jezt war’s proper vor mich daß ich kein tender Fieling hatte, sonst wär ich fertig gewest. Nach dem gefinischten Lachen, lupfte mich der Lawyer wieder auf.

Nachdem ich den Taumel ein bissel verloren hatte, sagte ich ihm: Daß ein Nachbars Mädel meiner Marei dies und jens gesagt hätte, von ihrem Spärk, welches gegen ihren Chäräcter wär … Mein Lawyer war stumm. Uebel oder Wohl, 4 Thaler her, war die Büsiness; dann schrieb er etliche Zeilen, und schickte mich mit dem Trost fort: “Wir wollen den Kerl bis die Court schon fixen; denn guten Namen zu rauben oder Lügen, especially gegen Lädies, zu sagen, kan hart gestraft werden!”

Scharmant, das Geld ist fort! Never the les, die lezt Woch kam ich in Stadt. … Mei Defendent hatte auch sein Lawyer, und beyde hatten die Köpfe zusammen gestoßen, mir Ader zu lassen. Als ich ihn sah, frug ich ihn, was zu thun wär? Er gab nun den Rath die Sach beyzulegen (da er jezt aufs neu 8 Thaler von mir hatte), erzählte mir: “Mister Ehrlich giebts auf; die Court-Actions sind erstaunlich expensive, und daß der junge Gentelman ganz innocent sey.” Es wurde also vor ihn geschickt — er kam, und entschuldigte sich (mit Hülfe der beyden Lawyer) so compliet, daß sie mich so weit brachten, vier Thaler noch jedem zu zahlen, damit mein seynwollender Tochtermann mich nicht über die Court verbinde! Nach Bezahlung des sauer verdienten Gelds, lachten sie in die Faust, und schickten mich fort. Schöne Gerechtigkeit! wo Lawyer als Hädmänner sitzen! Das mal dem Rath der Weiber gefolgt, aber mei Lebtag nemme!

Aus diesem können wir, Meister Drucker, sehen, wie die Lawyer mit uns Deutschen plugen: Ich hab ihr Moschins recht observ’d, und da hab ich gar plain gesehen “wo der Haas im Peffer liegt.” O! wie erschrecklich dumm sind wir oft, daß wir oftmals um ganz simple Reasons, zu den Lawyer und der Court gehen … Wer auch Streitigkeiten oder Actions von Scändel in der Court gewinnt, muß dennoch die “Katz durch den Bach schleifen.” Könnte ich nur jedem abrathen sich von den Lawyer abzuhalten, ich weiß ein mancher würde besser ab seyn. Wär ich ein Semblymann, so wollt ich den Squeirs all die Scändel-Affairs zu settlen überturnen; dann könnten weniger die Haar powdern. Glaubt mir, zwischen einem Wagenrad und einem Lawyer, ist kein Unterschied; denn sie müssen beyde geschmiert seyn!

Sie haben mich desmol übers Ohr gehackt, aber upon mei Word, sie ketschen mich sobald nemme. Ich will mich in Zukunft stille halten, Mr. Printer, und die Welt gehen lassen, wie sie geht.

Ich bin dein Freund, Stoffel Ehrlich, nicht weit von der Cunostogo-Kriek.

Notabene … Bald hätt’ ich etwas vergessen: Da allemal Mitwochs der Frolick-Tag in der Courtwoch ist, und of Cors die Marei auch in der Borough war, so kam sie und ihr Schätzel (der Kerl mit den abgeschornen Haar und den Kopkissen um seinen Hals) zusammen, und lachten mich wegen meiner Dummheit, recht derb aus. Dies erzählte mir Christels Sohn, welcher ihrem ganzen Discors zuhörte. Ich hab’ mirs oft vorgenommen nie wieder in die Stadt zu gehen, weil ich find: “daß wenn man mit den grossen Leuten Kirschen ißt, sie einem die Steine in die Augen schmeißen.” Ferrewell!

Friend Grimler, Since you have already printed some of my letters, I am asking you to put the following into your newspaper. — Leave out the English expressions as much as possible, since my wife always scolds me: “You blockhead [Stoffel], if you want to write something, then write correctly, or don’t even bother.” Therefore I won’t write anything, but just tell you what happened to me in court. — And between you and me, I believe as firmly as ever: “Where women are in charge, things rarely end well.”And indeed, Mr. Editor, during the last court session I found this out to my greatest sorrow. You can easily imagine what happens when among us good, honest, stubborn old Germans what today’s world calls gentility wreaks havoc or becomes fashionable! What we used to call nonsense and foolishness nowadays so surely disturbs the contentment and happiness of an entire family. What under the sun could be worse than when discontent rules a house? As I think back to when my dear late father and we children lived so happily [lit. pleased], I am almost forced to say, “People are not how they were in our times … they get worse with each passing day,” and one could add, past common excluded!But what good does it do to punish that, since whenever people become enlightened, they think they have the complete right to do everything they feel like doing! Or, in other words, to act like a “a fellow with spunk.” … But since you, Mr. Editor, are busy with other things, I’ll keep things short, and maybe others will become wise through my suffering and learn a good lesson.You will probably remember that my daughter, Marei, had a sweetheart from town. I was always somehow opposed to this, but my wife, Anna Gret, and my awfully nice little girl only too often lead my good Stoffel around by the nose or around the village [i. e., they always pushed Stoffel around]. One time the two lovers quarreled while on a stroll, and on the advice of my two women I had to hire [lit., fee] a lawyer!

(Here I have to say that I gladly turned to the law, since that way I thought I could get that lazy high-flier with the big boots away from Marei cheaply. Even if it cost me a four-dollar fee to the lawyer, I still thought it would be better than always being plagued with an upstart who would definitely be a bloodsucker on me. I therefore thought it would be better to take the lesser of two evils.)

In the manner of an old custom, I brought my inkeeper some butter and smelly cheese and had him stir up something strong so that I would be better able to talk dictionary with the lawyer. I went and knocked on the door: “Walk in, sir!”, very polite! “But you’ll have to pay me four dollars!”, I thought. — All right, I opened the door and then accidentally caught my foot on the carpet, but at least [lit. however] I was in the room! … The ladies jumped up, threw their books aside (definitely not Bibles), and their uproarious laughter echoed through the house! It was a good thing that I was not particularly sensitive, otherwise I would have been finished. After everyone stopped laughing, the lawyer pulled me up again.

After I lost my dizziness somewhat I told him that a neighbor girl had said this and that to my Marei about her boyfriend, which was out of character for her … My lawyer said nothing. No matter what happened, I had to fork over four dollars. Then he wrote a few lines and sent me off with the consoling words: “We’ll fix the fellow in court, since stealing someone’s good name or lying, especially with regard to ladies, can be harshly punished!”Lovely, there goes my money! Nevertheless, last week I went to court in town. … The defendant had his lawyer, too, and both had put their heads together to bleed me. When I saw my lawyer I asked him what I should do. He advised me to drop the charges (since he now had eight dollars from me) and told me, “Mr. Ehrlich, give it up. Court actions are extremely expensive and the young gentleman is completely innocent.” When the young man was informed of this, he came over and apologized (with the help of both lawyers) so profusely that they got me to pay them another four dollars each so that my would-be son-in-law would not file charges against me! After I shelled out this hard-earned money, they laughed into their hands and sent me off. Some justice when lawyers call the shots! All because I followed the advice of women, but never again!From all this we can see, Mr. Editor, how lawyers treat us Germans. I watched their motions and saw very clearly what they were really up to. Oh, how terribly dumb we often are when we turn to lawyers and the court for very simple reasons. … Even those who win in disputes or scandalous actions in court still end up paying the bill. If only I could advise everyone to stay away from lawyers, many a person would be better off. If I were an assemblyman I would not allow the squires to settle all their scandalous affairs; that way, fewer would be able to powder their hair. Believe me, there’s no difference between a lawyer and a wagon wheel: both have to be greased.They pulled one over on me this time, but they won’t catch me quickly again. In the future I’ll just keep quiet, Mr. Printer, and let the world turn as it will.

I remain your friend, Stoffel Ehrlich not far from Conestoga Creek.

Nota Bene: I almost forgot something. Since every Wednesday is frolic day when the court is in session, and of couse my Marei was in town, she and her darling (the fellow with the shaved hair and the pillow around his neck) came together and laughed quite coarsely about my stupidity. Christel’s son told me this, who heard the whole discourse. I have often thought about never going to town again, because I find that “when you eat cherries with the big folks, they’ll just throw the pits into your eyes.” Farewell!